Frische Luft.

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Zu viele Gedanken.
Ich kann sie nicht sortieren.
Ich laufe wie ferngesteuert durch die Gegend und kann nichts mehr erkennen.
Bin nicht aufmerksam. Bewusst.
Mein Kopf fühlt sich neblig an. Wer bin ich? Wohin „gehöre“ ich? Was will ich?
Vor allem diese letzte Frage macht mich verrückt. Denn ich bin mir sicher: Wenn man weiß, was man will, dann kann man sich darauf konzentrieren. Darauf den Fokus setzen. All seine Kraft sammeln, um es zu erreichen. Dann kann einen nichts und niemand davon abhalten, denn man findet immer irgendwie eine Lösung, wenn es ein Problem gibt. Und auch wenn man dann mal einen Schritt in die falsche Richtung macht, na und? Dann geht man eben wieder einen Schritt zurück. Hält sich sein Ziel vor Augen und gibt sein Bestes, dieses zu verwirklichen.

Ich bin ehrlich: ich weiß nicht, was ich will.
Und wenn sich die Gedanken drehen, man zu sehr an Vergangenem hängt und man die Welt nicht mit offenen Augen sieht und dadurch nicht mehr die kleinen Dinge im Leben erkennt, dann ist es Zeit für einen Neuanfang.
Okay, vielleicht ist Neuanfang etwas übertrieben, aber es ist allemal Zeit für eine Veränderung. Jeder kann entscheiden, wie diese für ihn selbst aussieht, diese Veränderung. Ob sie groß ist. Ob sie vielleicht nur klein ist. Aber sie muss getan werden, denn sonst tritt man auf der Stelle.
Stillstand! Stillstand? Nein, soweit darf es nicht kommen. Nennen wir es Anlauf. Spring! Nimm dir Zeit für dich. Denke nach. Aber verlauf dich nicht in deinen Gedankengängen. Vergiss nicht, den Leuten aufmerksam zuzuhören, ihnen ab und zu in die Augen zu blicken; unsere wunderschöne Erde zu bewundern, sich über sie zu wundern und einfach mal im Augenblick zu verweilen. Schau dir mal wieder einen Sonnenuntergang an. Oder wie wäre es mit einem Sonnenaufgang? Das lohnt sich! Und lass dein Handy dabei in der Tasche. Geh verloren in unbekannten Straßen und lass dich einfach treiben. Ohne Ziel. Um so auch diesen Gedanken, die etwas mit deinem Ziel zu tun haben, näherzukommen.

An wen diese Zeilen besonders gehen? An mich!

Ich weiß, ich habe mich sehr sehr lange nicht gemeldet, obwohl es mir immer viel Spaß bereitet hatte die wenigen Artikel, die ich vor einem Jahr gepostet hatte, zu verfassen. Was passiert ist? Tja, ich würde sagen, da kam einfach das Leben dazwischen. Mein Leben rennt manchmal an mir vorbei und auch wenn ich so unglaublich viele schöne Erlebnisse habe und immer wieder unfassbar tolle Menschen kennenlerne, habe ich das Gefühl, ich kann das alles nicht verarbeiten. Konservieren.

Ich habe ja in diesem Jahr mein Abitur gemacht. Und jetzt? Jetzt fliege ich nach Australien. Um genau zu sein in 6 Tagen. Jap, genau, noch so eine, die unbedingt ans andere Ende der Welt fliegen muss, weil es ja jeder macht. Nein, so ist es definitiv nicht. Seitdem ich klein bin, reise ich viel und ich habe in den letzten Jahren immer gesagt, dass ich nach dem Abitur für eine längere Zeit reisen will, weil es meiner Meinung nach die beste Zeit dafür ist. Wann habe ich in meinem Leben so wenig Verpflichtungen? So viel Zeit? Ich will mich weder „selbst finden“ (das wird man sowieso nie, sich selbst besser kennen – und lieben – zu lernen ist ein unaufhörlicher Prozess) noch will ich so viele Dinge wie nur möglich erleben oder so viele Länder bereisen, wie kein anderer. Ich möchte: andere Kulturen kennenlernen, um diese Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Ich möchte: andere Menschen treffen, die vielleicht genauso ticken wie ich. Oder im Gegenteil: eine ganz andere Einstellung haben zu manchen Dingen. Vielleicht eine bessere. Ich möchte: meine Gedanken teilen, um weiterzukommen!

Wo es mich alles hinverschlagen wird? Das kann ich noch nicht sagen. Zuerst werde ich nach Sydney fliegen und dort eine sehr gute Freundin treffen, mit der ich die nächsten zwei Monate verbringen werde. Das kann man nicht mit jedem machen, aber ich freue mich schon sehr, weil wir so ähnlich ticken und zu vielen Themen die gleiche Einstellung haben. Das wird toll! Wir werden in Sydney voraussichtlich zwei Wochen verbringen, dann geht es nach Melbourne für ungefähr zwei Wochen. Am 31. Dezember fliegen wir nach Kuala Lumpur, Malaysia, und bleiben dort bis zum 4. Januar. Anschließend geht es nach Vietnam bis zum 26. Januar. Und danach? Ich habe zwar schon einen groben Plan, aber es ist noch nichts sicher.

Alle Reisen, die ich bis jetzt erleben durfte, waren auf ihre Art und Weise großartig. Was alle gemeinsam hatten? Ich habe so viel erlebt, dass ich es nicht richtig festhalten konnte. Das ist ein Grund, warum ich jetzt länger unterwegs sein möchte: es geht mir nicht darum, jeden Tag etwas Unglaubliches zu erleben oder immer auf Achse zu sein. Mein Ziel ist es, wieder eine klarere Sicht auf viele Dinge zu bekommen. Mich inspirieren zu lassen. Und ja, doch – auch zu wachsen und mich besser verstehen zu lernen.

Hier ist der Ort, in dem ich aufgewachsen bin und an dem so viele Erinnerungen hängen, aber was ich jetzt brauche ist: Abstand. Alles mal aus der Ferne zu betrachten. Frische Luft zu schnappen. Ich bin bereit! Bist du dabei? Vor langer Zeit hatte ich das schon einmal geschrieben: dieser Blog ist vorwiegend für mich gedacht. Um mir von der Seele zu schreiben, was ich denke. Um Erinnerungen festzuhalten. Aber wenn es jemandem gefällt, was ich hier schreibe, freut mich das natürlich sehr!

Die Bilder dieses Posts sind schon im Februar diesen Jahres entstanden. Die Fotos sind analog von Tim Heubeck von https://wasteoffilm.com/ fotografiert worden. Ich finde sie sind richtig toll geworden, mir gefällt besonders die Stimmung, die eingefangen wurde!

Bis bald und in Liebe,

Janina

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2 Gedanken zu “Frische Luft.

  1. Anne

    Tolle Worte, du schreibst mir aus der Seele! Ich wünsch dir weiterhin alles gute und mach so weiter! Tut so gut zu wissen, dass es da noch jemanden anderes gibt, dem es genauso geht!

    Gefällt mir

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